Der Einsatz von Multimedia bei Prüfungen: Mehrwert oder nur eine nette Spielerei?

Die Popularität multimedialer Mittel in Prüfungen nimmt zu. Aber hat die Verwendung von Multimedia, wie Video- oder Audiofragmenten in Prüfungen, tatsächlich einen Mehrwert? Oder wird sie vor allem eingesetzt, um mit der Zeit zu gehen und ‘state of the art’-Prüfungen zu erstellen?   

Der Einsatz von Multimedia bei Prüfungen

Wenn Sie Multimedia nur einsetzen, weil eine Prüfung unterhaltsam und modern sein soll, verfehlen Sie Ihr Ziel. Es gibt nämlich einen anderen, wichtigeren Grund, Multimedia bei Prüfungen einzusetzen. Ein Kandidat möchte bestehen und daher die Aufgaben gut verstehen. Hier leistet der Einsatz von Multimedia einen direkten Beitrag.

Mehrwert

Mit Multimedia-Anwendungen verbessern Sie ganz einfach die Qualität Ihrer Prüfung. Wir erläutern dies anhand von drei technischen Qualitätskriterien:

  • Die Prüfungsfrage ist relevant (1) und erkennbar;
  • Die Testfrage ist effizient (2) und enthält keinen unnötigen Ballast.;
  • Die Testfrage ist spezifisch, zielgerichtet und objektiv (3), es gibt keine Diskussion über die richtige Antwort.

1. Multimedia und Relevanz der Prüfung

Mit Hilfe von Fotos, Audioausschnitten und Videos können Sie die Relevanz einer Testfrage ganz einfach erhöhen. Zunächst zwingen Sie den Autor dazu, Fragen zu erstellen, die direkt aus dem berufliche Praxis kommen. Wenn eine Frage ein Thema betrifft, das in der Berufspraxis kaum vorkommt, gibt es höchstwahrscheinlich auch kein Bild- oder Tonmaterial dazu oder es lässt sich auch nicht erstellen. Außerdem sorgt Bild- und/oder Tonmaterial für Wiedererkennung beim Kandidaten. Das trägt nicht nur zum Selbstvertrauen dieses Kandidaten bei, sondern gleichzeitig auch zum Image und damit zur Akzeptanz des Tests.

2. Multimedia und Effizienz der Prüfung

Im Bereich der Effizienz bietet der Einsatz von Multimedia den mit Abstand größten Mehrwert, wenn es um eine qualitativ hochwertige Prüfung geht. Dies gilt insbesondere für die Verwendung von Videomaterial. Das Transkribieren einer Minute Videomaterial ergibt mindestens eine A4-Seite Text. Das ist reine Zeitverschwendung! Hinzu kommt, dass ein Kandidat die Frage in der Regel schneller versteht, wenn ein Video anstelle eines schriftlichen Fallbeispiels verwendet wird. Das ist für alle angenehm, aber der Mehrwert ist besonders groß für Kandidaten, die Schwierigkeiten mit langen Textpassagen haben. Durch die Verwendung von Filmausschnitten können Sie sicher sein, dass Sie das tatsächliche Verständnis des Fachinhalts messen und nicht das Leseverständnis!

3. Multimedia und Spezifität/Objektivität der Prüfung

Testfragen werden häufig durch eine Situationsbeschreibung in Form einer Fallbeschreibung eingeleitet. Wenn Sie beim Verfassen einer solchen Fallbeschreibung vollständig und umfassend sein wollen, ist es fast unmöglich, nicht (einen Teil) des Wesentlichen zu verraten. Sie müssen nämlich bei der Bereitstellung von Informationen sehr spezifisch sein. Angenommen, Sie prüfen, ob ein Kandidat versteht, was in einem Gespräch schief läuft. In diesem Fall ist es sehr schwierig, eine Situation so zu beschreiben, dass klar wird, welcher Fehler in einem Gespräch gemacht wird, ohne dabei explizit zu sein. Alles, was Sie erklären, kann ein Hinweis auf die richtige Antwort sein. Das Gegenteil ist übrigens manchmal auch der Fall. Wenn Sie vage bleiben, besteht die Gefahr, dass die Frage unterschiedlich interpretiert werden kann, was zu Diskussionen über die richtige Antwort führen kann. Die Frage ist dann nicht mehr objektiv.

Die Vorteile des Einsatzes von Multimedia bei Prüfungen

Zusammenfassend und frei übersetzt gibt es sechs Vorteile für den Einsatz von Multimedia bei digitalen Tests:

  • Die Berufspraxis wird in die Frage einbezogen.;
  • Die Situation ist für den Kandidaten nachvollziehbar.;
  • Es bedarf keiner großen Erläuterung, denn ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.;
  • Sehen oder hören statt verständnisvolles Lesen;
  • Keine unbeabsichtigten Hinweise auf die richtige Antwort;
  • Sicherstellung der Objektivität.

Fazit – wann setzt man Multimedia bei Prüfungen ein?

Angesichts der Anzahl Vorteile Es ist sinnvoll, Multimedia in Ihren Tests einzusetzen, sofern die Software dies zulässt. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie einen komplexen beruflichen Kontext erklären möchten und nicht Gefahr laufen wollen, durch zu viele Erklärungen unbeabsichtigt die richtige Antwort zu verraten. Die Bedeutung multimedialer Tests ist für Kandidaten, die Schwierigkeiten mit dem Leseverständnis haben, noch größer. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Multimedia einen absoluten Mehrwert bietet, vorausgesetzt, dass die Anwendungen mit Blick auf den Kandidaten eingesetzt werden.